Das Project Lab on Renewable and Sustainable Energy Systems (ProPENS) ist ein praxisnahes Modul der Technischen Universität München (TUM), das in enger Kooperation mit Partnern wie der GAB durchgeführt wird.

Was ist PropENS?

Das Projektpraktikum ProPENS ermöglicht Studierenden der Technischen Universität München die Bearbeitung praxisnaher Fragestellungen aus aktuellen Forschungs- und Anwendungsfeldern der Energietechnik. In interdisziplinären Teams entwickeln die Teilnehmenden wissenschaftlich fundierte Lösungsansätze, führen Literatur- und Datenanalysen durch und arbeiten eng mit Forschenden sowie Praxispartnern zusammen.

Das Modul umfasst insgesamt 6 ECTS und setzt sich aus 60 Stunden Präsenzzeit am Lehrstuhl sowie 120 Stunden Selbststudium zusammen. Im Rahmen des Kurses lernen die Studierenden, komplexe Problemstellungen im Team zu bearbeiten, Teilaufgaben zu definieren und wissenschaftliche Berichte auf professionellem Niveau zu erstellen. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Projektmanagement, insbesondere auf der Entwicklung eines Zeitplans sowie der klaren Zuweisung von Verantwortlichkeiten innerhalb der Gruppe. Die Prüfungsleistung besteht aus einer Gruppenarbeit während des Semesters, einem schriftlichen Bericht sowie einer abschließenden Präsentation mit anschließender Fachdiskussion.

Einblicke in die Projektarbeit

Finanzierung von Geothermie (WiSe 2025/26)

Dieses Projekt untersuchte Finanzierungskonzepte und politische Maßnahmen zur Beschleunigung der Tiefengeothermie in Deutschland. Untersucht wurde folgende Forschungsfrage: Welche Finanzierungskonzepte und finanzpolitischen Maßnahmen eignen sich am besten, um die Entwicklung der Tiefengeothermie auf dem deutschen Wärmemarkt voranzutreiben?

Die Studenten haben mit dem Projekt herausgefunden, dass der effektivste Weg zur Beschleunigung des Ausbaus der Tiefengeothermie in Deutschland eine Kombination aus öffentlicher Risikoteilung, gezielter Investitionsförderung und einem stabilen, langfristigen Wärmebedarf ist. Da hohe Vorlaufkosten für Bohrungen und geologische Unsicherheiten die größten Investitionshemmnisse darstellen, werden Instrumente wie Bohrrisikofonds, zinsgünstige Darlehen und Kapitalzuschüsse als unverzichtbar angesehen. Gleichzeitig zeigt die Finanzmodellierung, dass die Bindung großer industrieller Wärmeabnehmer durch langfristige Wärmeabnahmeverträge (HPAs) den stärksten positiven Effekt auf die Rentabilität und Bankfähigkeit von Projekten hat. Insgesamt sollte die tiefe Geothermie als strategische Infrastruktur behandelt werden, mit starker Beteiligung des öffentlichen Sektors sowohl an der Projektentwicklung als auch am Ausbau der Fernwärmenetze.

Im Bild: Die ProPENS Gruppe bei der Besichtigung einer Geothermieanlage. 

Förderung der gesellschaftlichen Akzeptanz von Geothermie-Technologien der nächsten Generation in Deutschland: Von der Skepsis zur Unterstützung (SoSe 2025)

Im Rahmen des Projekts ging das Studierendenteam der Frage nach, wie die Tiefengeothermie,  insbesondere Enhanced Geothermal Systems (EGS), von verschiedenen Bevölkerungsgruppen wahrgenommen wird und welche Faktoren die gesellschaftliche Akzeptanz dieser Technologien beeinflussen. Ziel war es herauszufinden, welche Chancen und Risiken die Öffentlichkeit mit der Tiefengeothermie verbindet und wie Kommunikation und Beteiligung dazu beitragen können, Vertrauen in die Technologie zu stärken.

Die Ergebnisse der 33 durchgeführten Interviews zeigen, dass die Akzeptanz konventioneller Tiefengeothermie grundsätzlich hoch ist, während Enhanced Geothermal Systems (EGS) aufgrund der Assoziation mit Fracking deutlich kritischer wahrgenommen werden. Die größten Bedenken betreffen induzierte Seismizität, mögliche Auswirkungen auf das Grundwasser sowie die Projektkosten. Gleichzeitig wurden Klimaschutz, regionale Energieversorgung und die Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern als zentrale Vorteile hervorgehoben. Die Studie zeigt zudem, dass transparente Kommunikation, frühzeitige Einbindung der Bevölkerung und eine verständliche Vermittlung technischer Zusammenhänge entscheidend sind, um Vertrauen aufzubauen und die gesellschaftliche Akzeptanz der Tiefengeothermie langfristig zu stärken.

Lernen an realen Herausforderungen

Das Projektpraktikum bietet Studierenden die Möglichkeit, aktuelle Herausforderungen der Energiewende anhand realer Fragestellungen zu bearbeiten. Dabei lernen sie, geeignete Methoden zur Analyse, Planung und Bewertung von Energiesystemen anzuwenden und die Ergebnisse kritisch zu interpretieren. Für die Geothermie Allianz Bayern entsteht gleichzeitig ein wertvoller Wissensaustausch: Neue Perspektiven, wissenschaftliche Analysen und innovative Lösungsansätze der Studierenden fließen direkt in die Diskussion aktueller Fragestellungen rund um die Tiefengeothermie ein.